eToro kauft ZenGo in einem 70-Millionen-Dollar-Deal, um schlüssellose MPC-Wallet-Technologie hinzuzufügen und in DeFi, Prognosemärkte und Perpetuals zu expandieren.

Die Handelsplattform eToro hat zugestimmt, den Self-Custody-Krypto-Wallet-Anbieter ZenGo für etwa 70 Millionen Dollar zu übernehmen, ein bedeutender Vorstoß des börsennotierten Fintech-Unternehmens in die dezentrale Finanzinfrastruktur.
eToro gab am 15. April bekannt, dass es ZenGo übernehmen wird, ein in Israel gegründetes Startup, das schlüssellose Krypto-Wallets auf Basis von Multi-Party-Computation (MPC)-Kryptografie entwickelt. Der Deal, über den Bloomberg und CoinDesk berichteten, wird auf rund 70 Millionen Dollar geschätzt und soll überwiegend in bar bezahlt werden.
ZenGo wurde 2018 gegründet und bedient über 2 Millionen Nutzer in mehr als 180 Ländern. Das Wallet macht herkömmliche Seed-Phrases überflüssig, indem es private Schlüssel auf mehrere Parteien aufteilt und so das Risiko eines Single-Point-of-Failure-Diebstahls reduziert. eToro betonte, dass die Web3-Wallet-Funktionen von ZenGo außerhalb des regulierten Brokerage-Geschäfts liegen, wodurch das Unternehmen dezentrale Dienste separat anbieten kann.
Die Übernahme positioniert eToro im wachsenden Self-Custody-Markt, in dem Nutzer zunehmend die eigene Verwahrung ihrer Vermögenswerte bevorzugen, anstatt sich auf zentralisierte Börsen zu verlassen. ZenGos MPC-Technologie senkt die Hürde für sichere Self-Custody, indem sie Seed-Phrases eliminiert, ein Schmerzpunkt, der im Laufe der Jahre zu Milliardenschäden an verlorenen Kryptowährungen geführt hat.
eToro hob auch Pläne hervor, ZenGos Infrastruktur für aufkommende Anwendungsfälle wie Prognosemärkte und Perpetual Futures zu nutzen, beides Kategorien mit starkem Wachstum im Jahr 2026. Der Deal signalisiert, dass börsennotierte Fintech-Unternehmen Self-Custody und DeFi-Zugang als wesentliche Produktmerkmale betrachten und nicht als Nischenangebote.
Integrationsdetails wurden noch nicht bekannt gegeben. Zentrale Fragen sind, ob eToro das Wallet von ZenGo direkt in seine Trading-App integrieren oder als eigenständiges Produkt betreiben wird. Die Wettbewerbslandschaft verändert sich ebenfalls, da Coinbase, Binance und OKX ihre eigenen Wallet-Angebote ausbauen. Wie schnell eToro die Technologie von ZenGo seinen geschätzten 38 Millionen registrierten Nutzern zugänglich machen kann, wird die Auswirkung des Deals bestimmen.
Der eToro-ZenGo-Deal unterstreicht einen breiteren Branchentrend: Regulierte Finanzplattformen erwerben Self-Custody- und DeFi-Fähigkeiten, anstatt sie von Grund auf neu zu entwickeln. Da regulatorische Rahmenbedingungen reifen und die Nachfrage der Nutzer nach Vermögenskontrolle wächst, werden ähnliche Übernahmen wahrscheinlich folgen.
Haftungsausschluss: Nachrichteninhalte dienen nur zu Informationszwecken und sollten nicht als Finanzberatung betrachtet werden. Marktbedingungen können sich schnell ändern. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.