Sechs Konten verdienen 1,2 Millionen Dollar bei Wetten auf ein geopolitisches Ereignis, Stunden bevor das Ergebnis feststeht. Dies löst eine CFTC-Razzia und Forderungen nach Regulierung aus.

Verdächtiges Insider-Trading auf Polymarket im Zusammenhang mit geopolitischen Ereignisverträgen hat einen regulatorischen Sturm ausgelöst. Die CFTC erlässt Durchsetzungsrichtlinien und US-Senatoren fordern neue Regeln für Prognosemärkte.
Das Blockchain-Analyseteam Bubblemaps hat sechs Polymarket-Konten identifiziert, die zusammen etwa 1,2 Millionen Dollar verdient haben, indem sie auf einen geopolitischen Ereignisvertrag wetteten, der sich am 28. Februar 2026 auflöste. Die meisten Wallets wurden innerhalb von 24 Stunden vor dem Ereignis finanziert, und die "Ja"-Anteile wurden nur wenige Stunden vor der Bestätigung des Ergebnisses gekauft.
Der Markt verzeichnete laut Bloomberg ein Gesamthandelsvolumen von 529 Millionen Dollar. CoinDesk berichtete am 28. Februar zuerst über die verdächtige Aktivität und wies auf das Timing und die Finanzierungsmuster hin, die die Frage aufwarfen, ob die Wetter Vorwissen hatten. Polymarket-CEO Shayne Coplan verteidigte die Anwesenheit von informierten Händlern und sagte CBS News, dass Insider, die einen "Vorteil auf dem Markt haben, eine gute Sache" sind, weil es die Preisfindung beschleunigt.
Der Vorfall hat Prognosemärkte in den Mittelpunkt eines regulatorischen Sturms gerückt. Sechs US-Senatoren sandten einen Brief an die CFTC, in dem sie die Behörde aufforderten, Verträge im Zusammenhang mit sensiblen geopolitischen Ergebnissen zu verbieten, mit einer Frist vom 9. März für eine Antwort. Senator Chris Murphy hat versprochen, Gesetze gegen Insider-Trading bei Ereignisverträgen einzuführen.
Die CFTC hatte bereits am 25. Februar eine Durchsetzungsrichtlinie erlassen und gewarnt, dass der Handel mit nicht öffentlichen Informationen bei Ereignisverträgen gegen US-Recht verstoßen könnte. Die Behörde ergriff Maßnahmen gegen KalshiEX für zwei Fälle des Missbrauchs nicht öffentlicher Informationen, was zu finanziellen Strafen und Plattformsperrungen führte.
Die Frist vom 9. März für die Antwort der CFTC an die Senatoren könnte die Richtung der US-Regulierung von Prognosemärkten signalisieren. Wenn die Gesetzgeber mit der Gesetzgebung vorankommen, wäre dies das erste direkte Bundesgesetz für Crypto-native Prognoseplattformen. Das Ergebnis könnte nicht nur Polymarket, sondern auch den breiteren Sektor der dezentralisierten Prognosemärkte beeinflussen, einschließlich Plattformen, die auf Ethereum und anderen Blockchains aufgebaut sind.
Der Insider-Trading-Skandal bei Polymarket hat Prognosemärkte von einer Nischenseite der Crypto-Branche zu einer nationalen Politikdebatte gemacht. Ob dies zu einer gezielten Regulierung oder einer umfassenderen Razzia gegen Ereignisverträge führt, hängt von den kommenden Wochen legislativer und behördlicher Aktivitäten ab.
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